ORTSGRUPPE PFINZTAL
 
 
Wespen und Hornissen – 
Problemtiere im Wohnbereich?

Kleine Wespenkunde
Das Wespenleben ist kurz
Gefahr durch Wespen und Hornissen?
Handlungsbedarf?
Beseitigung nur in Ausnahmefällen
Gesetzlicher Schutz
Nahe Verwandte


Jeder kennt die Situation: Wegen der aufdringlichen Wespen können Kaffee und Kuchen im Freien nicht genossen werden. Haben sich die Wespen im Haus eingenistet, stellt sich die Frage: Feuerwehr? Polizei? Wer ist eigentlich Ansprechpartner, wenn Wespen oder Hornissen all zu aufdringlich werden? Eine im Sommer häufig gestellte Frage, die wir mit der vorliegenden Info-Seite beantworten möchten.

Kleine Wespenkunde

Die Tiere gehören zu den staatenbildenden Faltenwespen, die mit 9 Arten bei uns vertreten sind. Alle tragen die typische schwarz-gelbe Zeichnung und sind schwer zu unterscheiden. Nur die Hornisse ist aufgrund ihrer Größe von ca. 2,5cm und der rotbraunen Färbung von Kopf bis Brust sofort zu erkennen. Drei Wespenarten können aufgrund ihrer Lebensweise und möglichen Volkstärke dem Menschen lästig werden: die Deutsche Wespen, die Gemeine Wespe und die Hornisse. Letztere vor allem deshalb, weil sie bis in die späte Nacht hinein aktiv ist und, angelockt durch Licht, in Wohnungen fliegt. Da sie ein sehr großes Insekt ist, flößt sie vielen Menschen Angst ein. Eigentlich zu unrecht: Hornissen sind nicht angriffslustig, sie weichen  Menschen eher aus und umfliegen ihn nicht, wie die Deutsche und Gemeinde Wespe auf der Suche nach Nahrung manchmal tun. Deutsche und Gemeine Wespe, sowie die Hornisse, legen ihre Nester in dunklen Hohlräumen an, manchmal in Rollladenkästen, unter Dachziegeln, auf den Dachboden oder in Gartenhäuschen. Die Lage des Nestes gibt Aufschluss darüber, um welche Wespenart es sich handelt. Alle frei nistenden Arten werden nicht lästig, schon weil die Zahl der Insekten in den Völkern klein bleibt. Sie sollten unbedingt geschont werden.
Was viele nicht wissen: Wespen sind Insektenjäger. Nur die ausgewachsenen Fluginsekten benötigen kohlehydratreiche Nahrung, weshalb sie auch an süße Speisen und Getränke gehen (Bild auf der Startseite) . Die Larven werden ausschließlich  mit erbeuteten, proteinreichen Insekten versorgt. Ein großes Wespenvolk verfüttert täglich so viele Insekten an seine Larven, wie eine Meisenfamilie benötigt. Sie haben damit eine wichtige ökologische Funktion, die zur Ausgewogenheit unseres Naturhaushaltes beiträgt.

Das Wespenleben ist kurz !

Wespen- und Hornissenvölker haben nur einen Sommer lang Bestand. Nachdem Anfang Mai eine in Starre überwinternde Königin einen geeigneten Nistplatz  gefunden hat, entwickelt sich das Volk innerhalb der folgenden Wochen bis zum Maximum im August bis September –bemerkt werden sie oft erst dann – und stirbt im Herbst bereits wieder ab. Das Nest wird im folgenden Jahr nicht wieder verwendet. Nur Jungköniginnen überwintern an einem geschützten Ort und suchen sich im folgenden Jahr einen neuen Nistplatz. Der Lebenszyklus beginnt von Neuem.

Gefahr durch Hornissen und Wespen ?

Die Volksweisheit, drei Stiche der Hornisse töten einen Menschen, sieben ein Pferd, ist falsch. Der Stich ist nicht gefährlicher als der einer Honigbiene oder Wespe. Gesunde Menschen, auch Kinder, sind weder durch Hornissen- noch Wespen- oder Bienenstiche lebensbedrohlich gefährdet. In Ausnahmefällen reagieren Menschen allergisch gegen Wespen-, Hornissen- und Bienengift, dann ich nach einem Stich unverzüglich notärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Handlungsbedarf ?

In jedem Fall sollte genau geprüft werden, ob tatsächlich Handlungsbedarf besteht. Meist lässt sich mit ein wenig Umsicht die kurze Zeit mit den Tieren leben. Vor einer Umsiedlung , oder gar Vernichtung der Tiere, sind andere Möglichkeiten zu bedenken: Fliegendraht vor den Fenstern verhindert das Einfliegen und schützt gleichzeitig vor Stechmücken. Eine Stellwand kann die Ein- und Ausflugschneise günstig verändern. Mit etwas Fantasie wird der Naturfreund in vielen Fällen Problemsituationen entschärfen, ohne die Tiere beseitigen zu müssen.

Beseitigung nur in Ausnahmefällen

Muss wirklich gehandelt werden, stehen sachkundige Berater mit Rat und Tat zur Seite. Zuständig beim BUND Pfinztal für die Umsiedlung von Hornissen und Wespen/Bienen ist Thomas Heiduck . Er siedelt fachmännisch und schnell die Hornissenvölker um. Weitere Ansprechpartner bei Problemen mit Hornissen, Wespen und Bienen sind Thomas Lauber und Alice Leist .

Gesetzlicher Schutz

Alle heimischen Tiere genießen einen allgemeinen Schutz nach dem Bundesnaturschutzgesetz. Danach dürfen Tiere nicht ohne vernünftigen Grund gefangen oder getötet werden. Von den 9 Wespenarten ist nur die Hornisse darüber hinaus geschützt: Es ist verboten, ihr nachzustellen, sie fangen oder zu töten. Auch ihre Wohnstätten dürfen nicht beschädigt oder zerstört werden. Kaum ein Gesetz ohne Ausnahme: In Härtefällen kann die höhere Naturschutzbehörde beim Regierungspräsidium Befreiungen von den Verbotsbestimmungen erteilen.

Nahe Verwandte der Wespen:
Hummeln und Wildbienen

Manchmal werden sogar Wildbienen oder Hummeln als Bedrohung empfunden. Sie sind allesamt gesetzlich geschützt und zeichnen sich durch Harmlosigkeit und Friedlichkeit gegenüber dem Menschen aus. Sie sind unbedingt zu schonen.
(Text aus Infoblatt der BNL Karlsruhe)