ORTSGRUPPE PFINZTAL

Tag der Artenvielfalt am 12.6.2010
Auf der Kuppe des Hopfenbergs wurden innerhalb von 2 1/2 Stunden
ca. 120 verschiedene Arten gefunden

Gemeinsam mit zwei Klassen des Ludwig-Marum-Gymnasiums sowie weiteren kleinen und großen Hobby-Biologen erkundete der BUND Pfinztal in diesem Jahr die Kuppe des Hopfenbergs. Dieses Waldstück wird seit vielen Jahren nicht mehr forstlich bewirtschaftet und enthält deshalb einen hohen Anteil an stehendem und liegendem Totholz. Neben schattigen finden sich auch lichte, sonnige Bereiche, so daß der Boden stellenweise sehr trocken, stellenweise aber auch sehr feucht ist. Durch diese unterschiedlichen lebensraumbedingungen findet sich hier eine große Zahl unterschiedlichster Tier- und Pflanzenarten. So konnten innerhalb der recht kurzen Zeit 40 Pflanzenarten, 10 verschiedene Pilze und 70 Tierarten entdeckt und bestimmt werden - wobei das Bestimmen nicht immer einfach war; einige gefundene Arten wurden bzw. müssen noch anhand der aufgenommenen Fotos nachbestimmt werden.
Im Folgenden einige Beispiele unserer Funde;
die gesamte Artenliste ist unter http://www.geo-artenvielfalt.de/aktionen/2010/Hopfenberg einzusehen.

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Blindschleiche (Anguis fragilis) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .Kürbisspinne (Araneus cucurbitinus)

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........Rosenkäfer (Cetonia aurata) ................................ Balkenschröter (Dorcus parallelipipedus)

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...... Waldbrettspiel (Pararge aegeria) .......................... Schwammspinner-Raupe (Lymantria dispar)

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... Zunderschwamm (Fomes fomentarius) ...................... Stink-Storchschnabel (Geranium robertianum)

 

Naturschutzverbände beantragen Naturschutzgebiet "Edergrube" in Pfinztal

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Regierungspräsidium will Anregung aufgreifen und Schutzwürdigkeit prüfen

Auf Initiative der BUND Ortsgruppe Pfinztal haben der Regionalverband des BUND, der LNV (Landesnaturschutzverband Baden-Württemberg) und der NABU (Naturschutzbund Deutschland) gemeinsam beim Regierungspräsidium Karlsruhe die Ausweisung der sogenannten Edergrube nördlich von Pfinztal-Söllingen, einschließlich der unmittelbar angrenzenden Wiesenflächen, als Naturschutzgebiet beantragt. Bei der Edergrube handelt es sich um eine ehemalige Lehmgrube, die sich jetzt als Bruchwald mit dauerhafter Wasserfläche darstellt. Herausragende Bedeutung hat die Edergrube als Amphibienlaichbiotop. Erdkröten, Spring-, Gras- und Wasserfrösche und alle vier einheimischen Molcharten (Berg-, Teich-, Faden- und Kammolch) finden sich hier regelmäßig zur Fortpflanzung ein. Dabei gehören der Kammolch und der Springfrosch zu den nach Europarecht ("FFH-Richtlinie") und dem Bundesnaturschutzgesetz streng geschützten Arten; zum Springfroschvorkommen an der Edergrube und einigen im Verbund dazu stehenden kleineren Laichgewässern heißt es bereits in einem Gutachten aus dem Jahr 1993: "Hierbei sind die Massenvorkommen des Springfrosches im Untersuchungsgebiet besonders hervorzuheben; es handelt sich um das größte bekannte Vorkommen der Art in Baden-Württemberg mit mindestens 1300 Tieren." Von erheblicher Bedeutung ist das Gebiet auch für Vögel und Insekten. So wurden im Mai 2008 vom BUND Pfinztal 22 Vogelarten dort festgestellt, und in einer älteren Untersuchung wurden 35 Schmetterlingsarten, 6 Libellenarten und zahlreiche andere Insekten erfaßt.
Insgesamt ist die Edergrube mit ihrer Umgebung wohl das wertvollste Stück Natur in Pfinztal, von überregionaler Bedeutung - und dann auch noch mitten im Ortsgebiet, zentral zwischen Berghausen und Söllingen, gelegen.

Das Kerngebiet der Edergrube genießt bereits einen Schutzstatus als sogenanntes Waldbiotop, die westlich angrenzende Wiesenfläche ist Bestandteil des Landschaftsschutzgebietes "Pfinzgau". Aber die östlich angrenzende Wiese, über die der größte Teil der in der Edergrube ablaichenden Amphibien in jedem Frühjahr von ihren Landlebensräumen her zuwandert, ist (ebenso wie auch fast die Hälfte des geschützten "Waldbiotops"), in einem alten Pfinztaler Bebauungsplan als Gewerbefläche ausgewiesen - ein unhaltbarer Zustand, wie wir meinen. Das Regierungspräsidium hat in einer ersten, sehr schnell erfolgten Antwort "substantielle Gründe" für das Anliegen der Naturschutzverbände anerkannt und zugesagt, die Anregung zur Ausweisung der Edergrube als Naturschutzgebiet aufgreifen zu wollen. In einem ersten Schritt sollen die Schutzwürdigkeit und die Schutzbedürftigkeit des Areals geprüft werden.

Leider bestehen gegen die Schutzgebietsausweisung Widerstände von Seiten der Grundstücksbesitzer, die Teile des Gebietes als Gewerbeflächen vermarkten möchten. Wir wollten versuchen, mit Ihnen ins Gespräch zu kommen und sie von ihrer Verantwortung für den Erhalt dieses Pfinztaler Natur-Juwels zu überzeugen. Leider wurde dieses Gesprächsangebot abgelehnt..

Antrag der Verbände . Anlagen zum Antrag