Naturschutzverbände beantragen
Naturschutzgebiet "Edergrube" in Pfinztal
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Regierungspräsidium will Anregung aufgreifen
und Schutzwürdigkeit prüfen
Auf Initiative der BUND Ortsgruppe Pfinztal haben der Regionalverband
des BUND, der LNV (Landesnaturschutzverband Baden-Württemberg)
und der NABU (Naturschutzbund Deutschland) gemeinsam beim Regierungspräsidium
Karlsruhe die Ausweisung der sogenannten Edergrube nördlich
von Pfinztal-Söllingen, einschließlich der unmittelbar
angrenzenden Wiesenflächen, als Naturschutzgebiet beantragt.
Bei der Edergrube handelt es sich um eine ehemalige Lehmgrube,
die sich jetzt als Bruchwald mit dauerhafter Wasserfläche
darstellt. Herausragende Bedeutung hat die Edergrube als Amphibienlaichbiotop.
Erdkröten, Spring-, Gras- und Wasserfrösche und alle
vier einheimischen Molcharten (Berg-, Teich-, Faden- und Kammolch)
finden sich hier regelmäßig zur Fortpflanzung ein.
Dabei gehören der Kammolch und der Springfrosch zu den nach
Europarecht ("FFH-Richtlinie") und dem Bundesnaturschutzgesetz
streng geschützten Arten; zum Springfroschvorkommen an der
Edergrube und einigen im Verbund dazu stehenden kleineren Laichgewässern
heißt es bereits in einem Gutachten aus dem Jahr 1993: "Hierbei
sind die Massenvorkommen des Springfrosches im Untersuchungsgebiet
besonders hervorzuheben; es handelt sich um das größte
bekannte Vorkommen der Art in Baden-Württemberg mit mindestens
1300 Tieren." Von erheblicher Bedeutung ist das Gebiet auch
für Vögel und Insekten. So wurden im Mai 2008 vom BUND
Pfinztal 22 Vogelarten dort festgestellt, und in einer älteren
Untersuchung wurden 35 Schmetterlingsarten, 6 Libellenarten und
zahlreiche andere Insekten erfaßt.
Insgesamt ist die Edergrube mit ihrer Umgebung wohl das wertvollste
Stück Natur in Pfinztal, von überregionaler Bedeutung
- und dann auch noch mitten im Ortsgebiet, zentral zwischen Berghausen
und Söllingen, gelegen.
Das Kerngebiet der Edergrube genießt bereits einen Schutzstatus
als sogenanntes Waldbiotop, die westlich angrenzende Wiesenfläche
ist Bestandteil des Landschaftsschutzgebietes "Pfinzgau".
Aber die östlich angrenzende Wiese, über die der größte
Teil der in der Edergrube ablaichenden Amphibien in jedem Frühjahr
von ihren Landlebensräumen her zuwandert, ist (ebenso wie
auch fast die Hälfte des geschützten "Waldbiotops"),
in einem alten Pfinztaler Bebauungsplan als Gewerbefläche
ausgewiesen - ein unhaltbarer Zustand, wie wir meinen. Das Regierungspräsidium
hat in einer ersten, sehr schnell erfolgten Antwort "substantielle
Gründe" für das Anliegen der Naturschutzverbände
anerkannt und zugesagt, die Anregung zur Ausweisung der Edergrube
als Naturschutzgebiet aufgreifen zu wollen. In einem ersten Schritt
sollen die Schutzwürdigkeit und die Schutzbedürftigkeit
des Areals geprüft werden.
Leider bestehen gegen die Schutzgebietsausweisung Widerstände
von Seiten der Grundstücksbesitzer, die Teile des Gebietes
als Gewerbeflächen vermarkten möchten. Wir wollten versuchen,
mit Ihnen ins Gespräch zu kommen und sie von ihrer Verantwortung
für den Erhalt dieses Pfinztaler Natur-Juwels zu überzeugen.
Leider wurde dieses Gesprächsangebot abgelehnt..
Antrag
der Verbände . Anlagen
zum Antrag